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Senat lässt im Kampf gegen Antisemitismus erneut Millionen liegen

rbb 24

Senat lässt im Kampf gegen Antisemitismus erneut Millionen liegen

Es wäre das dritte Jahr in Folge, dass ein großer Teil der Mittel für zur Antisemitismus-Bekämpfung, die CDU und SPD seit dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 bereitstellen, nicht ausgegeben wird. 2024 tat sich die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zunächst schwer damit, Vergabeverfahren zu etablieren.

Zentralbibliothek am Alexanderplatz: Wie sinnvoll wäre der Standort für die ZLB?

Tagesspiegel

Am Galeria-Kaufhaus wird ein riesiges Wandbild eingeweiht, das zeigt, wie die Bibliothek dort aussehen könnte. Es ist eine verlockende Perspektive.

Ein Thema wird jede künftige Berliner Regierung wieder auf dem Tisch haben, und zwar schnell: die Zukunft der Zentral- und Landesbibliothek. Sie ist mit Abstand die bedeutendste Berliner Breitenbildungseinrichtung: fast 440.000 Ausweise, 1,3 Millionen Nutzungen im Jahr, auch in „bildungsfernen“ Schichten erfolgreich.

Mittel gegen Antisemitismus in Millionenhöhe bleiben liegen

jüdische Allgemeine

Vor allem wegen der Nachwirkungen der »Fördergeldaffäre« konnten viele Gelder nicht mehr abgerufen werden. Projekte wurden aber auch strenger geprüft

»Wir waren einfach zu spät im Jahr, um bis Ende des Jahres das Geld vernünftig auszugeben. Die vom Hauptausschuss verhängte Haushaltssperre hat uns sehr enge Fesseln angelegt, wobei wir nach der Entsperrung Mitte Mai sehr schnell gearbeitet haben.«

Die Fachjury habe schnell und professionell gearbeitet. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre sei es aber wichtig, sich die Anträge genau anzusehen. »Qualität und Rechtssicherheit müssen immer Vorrang haben«, so Straßmeir.

Wie die Grünen den Buchhandel vor Kulturstaatsminister Weimer abschirmen wollen

Spiegel online

Die Grünen wollen die Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises und Verlagspreises neu organisieren. Mögliche Eingriffe von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und dem Verfassungsschutz sollen mit einem neuen Gesetz nicht mehr möglich sein.

Begründet wird der Vorstoß in dem Papier so: Es sei notwendig, die bisherige politische Unterstützung »vom Kopf auf die Füße zu stellen und zu einem Schwerpunkt der Kulturpolitik zu machen«. Die Praxis der Preisverleihungen müsse ersetzt werden durch »ein objektives, transparentes und kriteriengeleitetes System«.

Verflacht jetzt auch der Deutschlandfunk?

Backstage Classical

Kulturprogramme verschwinden, Sender kooperieren, Redaktionen werden kleiner. Nun verändert auch die letzte Bastion des Kulturauftrags ihren Kurs. Ein internes »Stylebook« des Deutschlandfunks zeigt, wohin die Reise geht: breiter, zugänglicher, gesellschaftlicher. Was als Öffnung gedacht ist, könnte zu einer massiven Verflachung führen – und zum Verlust von Expertise und Vielfalt.

Für Kulturjournalistinnen und Kulturjournalisten werden die Räume im öffentlich-rechtlichen Radio immer kleiner: Programme werden eingestellt, Sendungen verschwinden, unterschiedliche Sender teilen sich die gleichen Inhalte. Besonders deutlich zeigt sich das in der klassischen Musik. Im Sender-Jargon hört sich das dann so an: »Kooperation«, »Synergie«, »Digitalisierung« oder »Öffnung«.

Kein Mensch hat das Recht, zu gehorchen

Deutschlandfunk Kultur

Wie ist Widerstand möglich, wenn eine rechtsextreme Regierung die Menschenwürde angreift? Staatsdiener können das Beamtenrecht effizient nutzen. Ansonsten gilt: Die Verteidigung von Verfassung und Anstand können wir nicht den anderen überlassen.

Wenn etwa eine rechtsextreme Landesregierung „durchregieren“ will und gegen Menschen mit Migrationsgeschichte Maßnahmen anordnet, die Artikel 3 des Grundgesetzes widersprechen: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Gäbe es einen Befehlsnotstand?

Fünf Millionen Euro bleiben liegen: Berliner Senat gibt Gelder gegen Antisemitismus erneut nicht vollständig aus

Tagesspiegel

Zum dritten Mal in Folge werden die nach dem 7. Oktober 2023 im Landeshaushalt bereitgestellten Gelder nur teilweise verwendet. Viele Projekte wurden abgelehnt – darunter altbekannte.

Mehrere Projekte, die im vergangenen Jahr unter Verletzung von Haushaltsrecht Gelder erhalten hatten, gingen dieses Mal leer aus. Prominentestes Beispiel ist das Zera-Institut, das genau wie im Vorjahr 390.000 Euro für einen „Kultur-Think-Tank gegen Antisemitismus“ beantragt hatte. Auch das Zera-Projekt „Antisemitismus verstehen: Bildung, Medien und digitale Prävention“ wurde von der Jury abgelehnt.

Folge der Berliner Fördergeldaffäre: Warum auch dieses Jahr Millionen Euro gegen Judenhass liegenbleiben

Tagesspiegel

von acht Millionen Euro gegen Antisemitismus zahlt die Kulturverwaltung nur rund drei Millionen aus. Im Kurzinterview erklärt der zuständige Staatssekretär, woran das liegt.

Herr Straßmeir, auch in diesem Jahr bleiben in der Berliner Kulturverwaltung Millionen gegen Judenhass liegen. Warum?
Wir waren einfach zu spät im Jahr, um bis Ende des Jahres das Geld vernünftig auszugeben. Die vom Hauptausschuss verhängte Haushaltssperre (Ursache war die CDU-Fördergeldaffäre, Anm. d. Red.) hat uns sehr enge Fesseln angelegt, wobei wir nach der Entsperrung Mitte Mai sehr schnell gearbeitet haben.

Kafka beim Verfassungsschutz

Zeit online

Paywall…

Im Streit um den Buchhandlungspreis wird viel über Wolfram Weimar gestritten. Der eigentliche Skandal ist ein Verfahren, gegen das sich niemand wehren kann.

Die ganze Debatte um den Buchhandlungspreis kreist also um eine Blackbox, was es für eine demokratische Öffentlichkeit, die eigentlich nur unter Transparenzbedingungen sinnvoll streiten, argumentieren und kontrollieren kann, schwer macht, sprech-, geschweige denn urteilsfähig zu werden.

Weiter offene Fragen zum Buchhandlungspreis: Was Wolfram Weimer wusste und was nicht

Tagesspiegel

„Es wird empfohlen, dem Votum der Jury zu folgen“: Das Haus des BKM widerspricht Darstellungen, nach denen Wolfram Weimer die Empfehlung seiner Fachjury bewusst ignoriert habe.

Nun aber hat sich die BKM-Pressestelle bemüßigt gefühlt, zumindest die Chronologie der Ereignisse etwas transparenter zu machen. So habe Weimer gar nichts von der Empfehlung des „zuständigen BKM-Fachreferats“ gewusst, heißt es in einer am Freitagnachmittag herausgegebenen Mitteilung, (…)

Weimer legt in Streit um Buchhandlungspreis Entscheidungsprozess offen

Zeit online

Ein Medienbericht weckt Zweifel an Wolfram Weimers Erklärung für den Ausschluss dreier linker Buchläden vom Buchhandlungspreis. Nun legt sein Haus die Abläufe offen.

Doch dazu teilte der Sprecher mit: »Diese Vorlage erreichte Staatsminister Dr. Wolfram Weimer nicht.« Vielmehr hätten sich »bereits kurz darauf auf der BKM-Fachebene Hinweise aus öffentlich zugänglichen Quellen ergeben«.

Hat Weimer die Bedenken seiner Beamten erfunden?

FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung

Warum verweigerte Wolfram Weimer drei linken Buchhandlungen den Buchhandlungspreis? Nach seinen Angaben hatten seine Fachbeamten Zweifel artikuliert. In den Akten findet sich von diesen Zweifeln allerdings nichts.

In den Akten der Behörde des Beauftragten sind demnach keine Zweifel der Fachbeamten an der Preiswürdigkeit der Buchhandlungen in Berlin, Bremen und Göttingen dokumentiert. Das Gegenteil ist der Fall: In einer Vorlage an die Hausleitung von Oktober 2025 empfahl das zuständige Referat, alle 118 von der Jury aus den etwa 500 Bewerbern ausgewählten Unternehmen mit dem Preis auszuzeichnen.

Was Weimer reichte, um drei Buchläden auszuschließen

taz

Eine Recherche entüllt, auf welch dünner Grundlage der Kulturstaatsminister den Verfassungsschutz einschaltete. Die Fachabteilung hatte zuvor noch alle Preisträger empfohlen.

Die Recherche, die das Nachrichtenportal am Mittwoch veröffentlichte, stellen zudem infrage, ob Weimer die Öffentlichkeit zutreffend über den Ablauf informiert hat: Noch im Oktober 2025 empfahl die Fachabteilung laut t-online, sämtliche 118 von der Jury vorgeschlagenen Läden auszuzeichnen.

Kategorien TAZ

Don´t Stop Me Now! – Reflexion und Ausblick

Fonds Darstellende Künste

Zum Abschluss des BUNDESTREFFEN26 der Freien Darstellenden Künste wirft Klaus Lederer einen Blick auf die Gegenwart und erspürt Möglichkeiten und Ahnungen von Zukunft. Sein „offenes Denkangebot“ zum Nachlesen.

„Vor dreieinhalb Jahren habe ich mein Amt als Kultursenator in Berlin abgegeben. In der Zeit davor haben wir versucht, Kulturpolitik als Infrastrukturpolitik zu gestalten. Dabei ging es weniger um Stadtmarketing und Tourismusattraktionen.“

Was bedeuten die Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Linke für die Kultur?

radio drei

Kulturstaatsminister knüpft Kulturförderung für Berlin an Bedingungen Ein Gespräch mit Sabine Kroner vom Rat für die Künste Die Regierungsbildung in Berlin steht unter Druck. Denn die Linke, die die Wahl klar für sich entschieden hat, steht wegen Antisemitismus-Vorwürfen unter Beschuss. Bayern und Hessen haben bereits den Länderfinanzausgleich in Frage gestellt, sollte die Linke die Regierung anführen. Nun legt Kulturstaatsminister Weimer … Weiterlesen …

Nach Wahlsieg der Linken: Kulturstaatsminister Weimer will Bedingungen für Kulturförderung in Berlin verstärken

Kunstforum-International

Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will die Bedingungen der zugesagten Kulturförderung in Berlin für den Fall verschärfen, dass die Linke Teil der Landesregierung werden sollte. Aktuell sind im Hauptstadt-Finanzierungsvertrag 2,9 Milliarden Euro für das kommende Jahrzehnt eingeplant. Weimer will nun sicherstellen, dass sie nur investiert werden dürfen, wenn keine jüdischen Künstler*innen systematisch ausgegrenzt werden.

Finanzielle Drohungen in der Kunst

monopol

Die Ära der Erpressung Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat gedroht, im Fall einer Linken-Regierung in Berlin die Bundesmittel für das Land zu überdenken. Schon wieder wird Kulturförderung als Druckmittel missbraucht. Ein Kommentar